Jedes Jahr feiert die Kirche den Gedenktag unseres Pfarrpatrons,
des hl. Stephan von Ungarn, am 16. August (dem Tag nach seinem Todestag,
dem 15. August, Hochfest Mariä Himmelfahrt) bzw. in Ungarn am 20.
August (seinem Begräbnistag). Es folgen eine kurze Lebensbeschreibung
des hl. Stephan und das Tagesgebet von seinem Gedenktag (vgl. Das Meßbuch
für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes [Kleinausgabe 1976],
S. 752; Werktags-Taschenmeßbuch [Pustet 1976], S. 2380):
Der Sohn des Arpadenfürsten Geisa (Géza) ist 977 zu Gran (der damaligen
Hauptstadt von Ungarn) geboren und auf den Namen des Patrons der Diözese
Passau (hl. Stephanus Erstmärtyrer) getauft worden. Er heiratete die Schwester
Kaiser Heinrichs II., die selige Gisela, die an den guten Werken des hl. Stephan
(István) teilnahm, vor allem seiner Großzügigkeit gegenüber
den Armen. Seit 997 regierte er als Muster eines apostolischen Herrschers (bekannt
als „Der Apostolische König und Apostel von Ungarn“). Er gab
seinem Reich die kirchliche Organisation und erhielt im Jahre 1000 mit Bewilligung
Papst Silvesters II. die Königskrone (daher „Stephanskrone“ ---
siehe die Replik der Stephanskrone im Hauptaltar der Kirche). Auf Stephan,
den ersten König von Ungarn, geht die Christianisierung seines Volkes
zurück. Als weitsichtiger, tatkräftiger Herrscher schloß er
sein Land an das abendländische Europa an. Er begnügte sich nicht
mit dem Aufbau einer kirchlichen Organisation, sondern suchte den Glauben in
den Herzen der Menschen zu verankern. Friedensliebe und Gerechtigkeit zeichneten
ihn aus, und auch eine beispielhafte Toleranz für die Sprachen und Kulturen
von Minderheiten in seinem Reich. Christliche Tugend war ihm wichtiger als
eine einheitliche Nationalsprache. (In diesem Geiste konnten sich viele Donauschwaben über
700 Jahre später in Ungarn ansiedeln und ihre deutsche Sprache und Kultur
aufrecht erhalten.) Seine große Verehrung für die hl. Gottesmutter
bewegte ihn, sein ganzes Herrschaftsgebiet unter dem Schutz und Schirm von
Maria zu weihen (siehe das große Bild hinter dem Tabernakel sowie auch
das Kirchenfenster nahe beim Beichtstuhl). Der Sohn vom hl. Stephan, der hl.
Emmerich (Imre), war ein leuchtendes Vorbild von Keuschheit, ist aber 1031
vorzeitig gestorben. Er ist der Patron des St. Emmerich-Unterstützungsverein,
der heuer sein 75. Jubiläum (1930-2005) feiert. Durch einen Zufall ist
der hl. Emmerich auch Namenspatron von Amerika. Der Name Amerika stammt von
einem Kartographen, der Landkarten für die Neue Welt zeichnete: Amerigo
Vespucci. Und Amerigo stammt von Emmerich. Der hl. Stephan ist am 15. August
1038 (im Alter von etwa 61 Jahren) gestorben und neben seinem Sohn, dem hl.
Emmerich, in Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) begraben.
Sein Begräbnistag (20. August) gilt als Nationalfeiertag in Ungarn. Der
hl. Stephan ist der erste König heiliggesprochen zu werden (1083).
Allmächtiger Gott,
du hast den heiligen König Stephan berufen,
das ungarische Volk
zum christlichen Glauben zu führen.
Laß uns erfahren,
daß er seinem Volk und uns allen
vom Himmel her ein mächtiger Helfer ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
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